Flüchtlingsheim – Tennishalle Götzis – Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen

Unterstützung: 

Tennishalle_Götzis_Flüchtlingsheim

Hat jemand ein altes Tischfussballspiel, das irgendwo ungenutzt im Weg herum steht, es niemand mehr möchte bzw. zum Wegwerfen noch zu gut ist? Wenn ja, bitte in der Tennishalle abgeben und bei der Leitung im Büro (1. Stock rechts) melden.

Wie mir ein Unternehmer gestern erklärt hat, wollten sie Flüchtlinge zum Arbeiten aufnehmen, doch die Behörden können das nicht zulassen. So sind diese Männer gezwungen, den größten Teil ihres Daseins bei uns, herumzusitzen. Der Tischfussball würde ihnen helfen, ihre Energien etwas abzubauen. Vielleicht hat jemand auch noch ein altes Federballspiel oder einen Fussball, der übrig ist und dort sicherlich mit Freude angenommen wird.

Kleinwanderungen 

Die umliegende Gegend hat viele schöne Wandermöglichkeiten, die man mit einfachen (Turn-)Schuhen mit den Flüchtlingen unternehmen könnte, Vor allem bei diesem schönen Wetter. Da ich aber eine Frau bin, und damit unter der Bevölkerung keine Missverständnisse ausgelöst werden, weshalb eine Frau alleine mit einigen Männern im Wald herumstreift, muss ich einen/zwei (es dürfen auch gerne mehrere Freiwillige sein) männliche Begleiter zur Seite haben. Wer mitgehen möchte, bitte bei mir melden. Tel. 0664 / 314 3204. 

Kurzbericht

Ich habe mir am Mittwoch dieser Woche das Flüchtlingsheim in Götzis angeschaut und konnte mich mit dem Leiter, einer jungen ehrenamtlich engagierten Dame, die jeden Montag dort Deutsch unterrichtet, wie auch mit einigen Flüchtlingen aus dem Irak, Syrien und Somalia unterhalten. Sehr gepflegte, entgegenkommende, höfliche und wie ich den Eindruck hatte, auch gebildete Männer.

Ebenfalls erkundigte ich mich beim Leiter, wie es zum „Aufstand“ einiger Flüchtlinge in Dornbirn gekommen sei und weshalb die Flüchtlinge ihre WC´s und Duschen nicht selbst reinigen, wie behauptet worden ist. Der Leiter hat mich gebeten, die näheren Details dazu nicht zu veröffentlichen, um zwischen den Organisationen, die sich alle sehr bemühen und großen Einsatz leisten, keinen Unfrieden hervorzurufen. Ich bin aufgrund der Pressemeldungen ebenfalls meinen Vorurteilen anheim gefallen, nutzte nun aber die Möglichkeit und habe nachgefragt, wie es sich tatsächlich mit der Reinigung verhält.

Der Leiter war sofort bereit, obwohl er sehr unter Arbeitsdruck stand, eine Führung und meinte: „Ich bin froh, dass jemand mal schauen kommt und offen nachfragt. Ich zeige es Ihnen.“

3x täglich werden von den Flüchtlingen, die sich dazu melden, die WC´s und Duschen gereinigt. Es gäbe keinen Putzservice der Firma ORS in Götzis. Das Organisations-Personal der ORS überprüft lediglich während des ganzen Tages, ob es die WC´s und die Duschen zusätzlich gereinigt werden müssen und bittet dann einige der Flüchtlinge, das zu tun. Erklärt sich einer bereit, den ganzen Tag diesen Dienst auszuführen, erhält er dafür ein tägliches Trinkgeld von EUR 3,00. Entlohnung dürfen sie dafür nicht erhalten, denn ansonsten wird das Flüchtlingsgeld gekürzt oder gestrichen. Die Sanitäranlagen waren alle in bestem Zustand.

Dann zeigte er uns die Wäscherei. Dort stand ein junger strahlender Flüchtling, der 3 oder 4 Waschmaschinen bediente und die gewaschene Wäsche entsprechend verteilte. Das tut er den ganzen Tag und erhält ebenfalls EUR 3,00 dafür. Er teilt den jeweiligen Flüchtlingen mit, welche Wäsche fertig gewaschen ist, um den Rest muss sich jeder Flüchtling selbst kümmern. Es ist alles bestens organisiert.

In einem anderen Raum war eine ehrenamtliche Dame mit einem weiteren Flüchtling beschäftigt, Kleiderspenden der Caritas zu sortieren. Der Leiter frug die Dame: „Wie lange macht Ihr das und was bekommt der junge Mann dafür?“ Wir machen das den ganzen Tag, er bekommt dafür eine Jeans gratis. Die anderen Flüchtlinge müssen für ihre Jeans einen kleinen Beitrag aus ihrem Taschengeld für die Kleider leisten. Es werden ihnen die Kleider also nicht zusätzlich geschenkt.

Die Außenanlage, da sie es nötig hatte, wurde vom Leiter gemeinsam mit den Flüchtlingen wieder in Ordnung gebracht. Innen und außen sieht alles sauber und gepflegt aus.

Was der Leiter ebenfalls noch hervorgehoben hat. Täglich würden Einwohner mit ihren Hunden an der Anlage vorbei spazieren. Sie wären so freundlich und würden den Flüchtlingen Grüße zurufen, oder sich mit ihnen kurz unterhalten.

Ein namhaftes Unternehmen in Vorarlberg spendet still und ohne Aufsehens Lebensmittel.

Zwei Beispiele aus den kurzen Gesprächen und Beobachtungen:

Ein Iraker, ca. 40 Jahre alt, war Elektro-Ingenieur bei der UN im Irak. Ein junger Syrer hatte 4 Jahre lang eine praktische Ausbildung im Maschinenbau gemacht, war danach 1 Jahr an der Uni, bis alles zerstört worden ist. Beide würden sehr gerne arbeiten.

Die junge, blonde und sehr hübsche ehrenamtliche Flüchtlings-Lehrerin, die selbst noch am Studieren ist, und ich haben uns zu zwei Flüchtlingen an den Tisch gesetzt und gefragt, ob wir uns mit ihnen etwas unterhalten könnten. Sie freuten sich und sehr schnell kamen 5 weitere dazu, haben sich alle sehr höflich vorgestellt und sich zu uns gesetzt. Wir wurden beide äußerst respektvoll und freundlich behandelt.

Not macht erfinderisch

4 Afrikaner saßen an einem Tisch und hatten ein Spiel vor sich liegen. Ich ging hin und sah, dass sie sich aus einem alten Karton ein Brett gefaltet, mit einem Stift 4 Stationen (Lissabon, Paris, Berlin, London) und ein Spielfeld aufgemalt hatten. Ähnlich unserem „Mensch ärgere Dich nicht“. Als Spielsteine verwendeten sie Kieselsteine bzw. 1-Cent Stücke.

Gemeinde Götzis – Wer helfen mag

Hat jemand eine Idee bzw. Fragen für Unternehmungen oder Beschäftigungen mit den Flüchtlingen und möchte sich einbringen, so kann man das sehr gerne bei der Gemeinde in Götzis tun. Die zuständige Dame ist:

Frau Helga Hämmerle – Tel. 05523 / 5986 – 14

Info-Veranstaltung am Mittwoch, 30. September 2015, 19.00 Uhr, in der Volkshochschule in Götzis, am Garnmarkt

Es haben sich bereits einige Menschen gemeldet, die Unterstützung leisten möchten. Aus organisatorischen Gründen hat nun die Gemeinde für den 30.09.2015 eine Info-Veranstaltung geplant. Da sich einige Mitarbeiter der verschiedenen Organisationen noch im Urlaub befinden, war es leider nicht früher möglich, alle an einen Ort zum selben Termin zu bekommen.

An dieser Info-Veranstaltung können interessierte Unterstützer sich erkundigen, wobei und wie man helfend mitarbeiten oder aktiv werden kann. Auch können sich ehrenamtlich Unterstützende direkt untereinander vernetzen. 

Info-Link – Flüchtlinge in Vorarlberg

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