WIRTSCHAFT

Der technologische Fortschritt hat sämtliche Lebens-, aber vor allem Arbeitsbereiche enorm beschleunigt. Diese Entwicklung hat im Unternehmertum zu neuen Anforderungen und Belastungen geführt. Sowohl in der Produktion, als auch in der Verwaltung eines Unternehmens. Der laufende Betrieb musste ständig durch technische Entwicklungen ergänzt, und in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden.

Vielen klein- und mittelständischen Betrieben war und ist es bis heute, aufgrund fehlender Kapazitäten und Zeitmangel nicht möglich gewesen, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und Ineffizienzen im unternehmerischen Ablauf zu korrigieren. Diese dringend notwendigen Stabilisierungsprozesse werden sich durch den zunehmenden Fachkräftemangel und der laufend notwendigen Neuausrichtung, wiederum nach hinten verschieben, und den Druck auf UnternehmerInnen und deren Beschäftigte noch erhöhen.

Wirft man einen Blick auf die österreichische Statistik der „Krankenstände psychiatrischer Erkrankungen von Erwerbstätigen“ vom 30.09.2011, laufen wir Gefahr, diesen bereits in den letzten 10 Jahren signifikant angestiegenen Prozentsatz bedeutend zu erhöhen.

Psychiatrische Erkrankungen haben eine bedeutend stärkere Wechselwirkung im sozialen Umfeld, als körperliche Krankheiten und können additiv solche zur Folge haben.

So kann man Aussagen von jungen gebildeten Menschen mit ersten Berufserfahrungen verstehen, die da lauten: „Ich habe nur deshalb studiert und in mehreren Fächern, weil ich mir meinen Arbeitgeber aussuchen möchte. Dabei kommt es mir nicht so sehr darauf an, was ich für mein täglich Brot arbeite, sondern für wen ich arbeite, bzw. wie die Haltung von Führungspersonen ihren MitarbeiterInnen gegenüber ist.“ Oder: „Ich schufte doch nicht dafür, um mir ein schickes Auto leisten zu können, kaputte Beziehungen zu haben und psychisch und körperlich zugrunde zu gehen. Ich arbeite, um mir mein tägliches Leben leisten zu können. Vor allem ist mir wichtig, dass mein Arbeitseinsatz Sinn macht.“

Der Fachkräftemangel wird sich durch Abwanderung solcher junger und fähiger Menschen in ein Umfeld, das für sie lebenswürdiger und sinnvoller erscheint, noch verstärken.

Aus Gesprächen mit UnternehmerInnen, die bereits damit begonnen haben, ihre Personalpolitik den gegebenen Umständen anzupassen, ist zu hören, wie aufwendig und anstrengend diese Prozesse sind. Unterhält man sich mit deren MitarbeiterInnen, spürt man eine hohe Motivation, freudigen Einsatz und eine starke Identifikation mit ihrem Arbeitgeber. Das ist gelebte Corporate Identity.

Neben den im Land Vorarlberg bestehenden wirksamen Unterstützungseinrichtungen, wurden einige Lehrlingsinitiativen, von weitsichtigen und lösungsorientierten UnternehmerInnen, aber vor allem AusbilderInnen, ins Leben gerufen.

Die geringe Inanspruchnahme durch Mitgliedsbetriebe, bestätigen die bestehende Problematik aus Absatz 2.

Auf der Plattform des „Gemeinwohl-Netzwerks“ können sich UnternehmerInnen und Erwerbstätige vernetzen, um sich Gedanken über eine neue Form der Arbeitswelt zu machen, Ideen zu finden und gemeinsam neue Wege zu gehen.

Share